Die HBM-Prüfung klassifiziert Device-Level-Empfindlichkeit
Ziel ist eine reproduzierbare Bewertung der Empfindlichkeit von Bauteilen und Mikroschaltungen gegenüber einer definierten HBM-Belastung. Damit können Produktdaten konsistent dokumentiert und verglichen werden.
JS-001 definiert Test-, Bewertungs- und Klassifikationsrahmen
Testaufbau, Stressbedingungen, Pinbehandlung und Fehlerbewertung folgen dem Standard. Diese Seite ordnet Zweck und Verwendung ein und reproduziert keine geschützten Detailtabellen oder vollständigen Prüfsequenzen.
Den geprüften Produktscope eindeutig dokumentieren
Teilenummer, Package, Revision und Qualifikationsstand werden zusammen mit dem HBM-Ergebnis geführt. Eine Klasse wird nicht pauschal auf ähnliche Produkte oder spätere Revisionen übertragen.
Das Ergebnis als Klassifizierung, nicht als reale Feldgrenze lesen
Die HBM-Testspannung ist eine Größe des definierten Prüfmodells. Sie darf nicht direkt als zulässige Körperspannung oder als Grenzwert für reale Produktionsmessungen interpretiert werden.
HBM-Ergebnis nicht auf CDM übertragen
Ein Bauteil kann in HBM und CDM unterschiedliche Robustheit besitzen. Deshalb werden beide Qualifikationen separat erfasst und in der Prozessrisikoanalyse zusammengeführt.
Device-Level und System-Level strikt trennen
HBM adressiert die Bauteilebene. Prüfungen an fertigen Geräten oder Modulen haben andere Ziele und Belastungsmodelle; gleiche Volt-Angaben bedeuten keine gleiche Beanspruchung.
HBM-Daten in das Kontrollprogramm übernehmen
Die Klassifizierung fließt in Produktakte, Risikoanalyse, Personenerdung, Arbeitsplatz- und Handhabungskonzept ein. Die konkrete Maßnahme wird aus dem realen Prozess und dem empfindlichsten relevanten Produktzustand abgeleitet.
Bei Produkt- und Lieferantenänderungen Qualifikationsbezug prüfen
Die Gültigkeit bestehender HBM-Daten wird bei Die-, Package-, Revisions- oder Lieferantenänderungen geprüft. Ein alter Qualifikationswert bleibt nicht automatisch für jeden geänderten Produktstand gültig.
Häufige Fragen zu HBM-Prüfung von Bauteilen
Quellen und weiterführende Dokumente
Quellengeprüft
September 2026
Verwandte Begriffe
Begriff
HBM
Das Human Body Model ist ein standardisiertes Device-Level-Prüfmodell für eine personenähnliche elektrostatische Entladung in ein Bauteil.
Begriff
CDM
Das Charged Device Model beschreibt die schnelle Entladung eines zuvor geladenen Bauteils und dient zur standardisierten Klassifizierung seiner CDM-Empfindlichkeit.
Ratgeber
CDM-Prüfung von Bauteilen
Zweck, Ablaufprinzip und Aussagegrenzen der CDM-Device-Level-Prüfung nach ANSI/ESDA/JEDEC JS-002 einordnen.
Ratgeber
ESD-Empfindlichkeitsdaten im Datenblatt
HBM- und CDM-Daten korrekt lesen: Teilenummer und Revision zuordnen, Lieferantendaten prüfen und ESD-Empfindlichkeit in Risikoanalyse und Fertigung berücksichtigen.
Ratgeber
HBM vs. CDM
HBM und CDM als unterschiedliche Device-Level-Prüfmodelle vergleichen und ihre Daten ohne falsche Spannungsumrechnung in Fertigung und Risikoanalyse nutzen.
Begriff
ESDS
ESDS sind elektrostatisch empfindliche Bauteile, Baugruppen und Geräte. Schutzbedarf aus Empfindlichkeitsdaten, Produktzustand und Entladungsszenarien ableiten.
Ratgeber
ESD-Risikoanalyse
ESD-Risiken entlang realer Produkt- und Prozesswege bewerten. Schutzpfade mit Evidenz prüfen und Maßnahmen, Verifikation und Änderungen in einer Risikomatrix steuern.