Empfindlichkeit belastbar bestimmen
Datenblätter, Qualifikationsangaben und Informationen des Herstellers liefern HBM- und CDM-Klassifizierungen. Fehlen Daten, wird das Risiko nicht durch eine Vermutung ersetzt, sondern mit Lieferant oder Fachstelle geklärt.
Schutz folgt dem Prozess
Offene Handhabung, Verpackung, Transport, automatisierte Anlagen und manuelle Tätigkeiten erzeugen unterschiedliche Risiken. Das Kontrollprogramm wird auf das empfindlichste relevante Teil und den realen Prozess zugeschnitten.
Kennzeichnung ist nur ein Hinweis
Ein Symbol unterstützt die Kommunikation, belegt aber weder Empfindlichkeitsklasse noch ausreichende Schutzmaßnahme. Maßgeblich bleiben technische Daten und dokumentierte Vorgaben.
Praxisvertiefung
ESDS anhand konkreter Produktdaten steuern
ESDS ist eine prozessrelevante Klassifizierung, keine sichtbare Bauteileigenschaft. Teilenummer, Revision, Prüfmodell und bekannte Empfindlichkeit müssen entlang der gesamten Liefer- und Handhabungskette verfügbar bleiben.
Empfindlichkeit in Kontrollen übersetzen
Die niedrigste relevante Empfindlichkeit innerhalb eines Produkts oder Kits kann die gemeinsame Handhabung bestimmen. Fehlende Daten werden als Unsicherheit behandelt und gezielt geklärt, statt automatisch Robustheit anzunehmen.
- HBM- und CDM-Daten getrennt dokumentieren
- Offene Anschlüsse und Prozesszustände identifizieren
- Gemischte Baugruppen nach relevantem Risiko steuern
- Produkt- und Lieferantenänderungen nachverfolgen
Quellen und weiterführende Dokumente
Fachlich geprüft
August 2026
Verwandte Begriffe
Begriff
HBM
Standardisiertes Modell zur Beschreibung einer Entladung des menschlichen Körpers in ein Bauteil.
Begriff
CDM
Das Charged Device Model klassifiziert die Empfindlichkeit eines aufgeladenen Bauteils bei schneller Entladung gegen ein niedrigeres Potential.
Begriff
Latenter ESD-Schaden
Ein latenter ESD-Schaden kann die Lebensdauer oder Robustheit eines Bauteils beeinträchtigen, ohne sofort einen eindeutigen Funktionsausfall zu erzeugen.
Begriff
EOS
Electrical Overstress ist eine elektrische Überbeanspruchung eines Bauteils; ESD ist eine mögliche, aber nicht die einzige Ursache elektrischer Schäden.
Begriff
ESD
ESD bezeichnet die elektrostatische Entladung zwischen Objekten unterschiedlichen Potenzials – eine zentrale Fehlerquelle in der Elektronikfertigung.