ESD-Lexikon

ESDS – elektrostatisch empfindliche Bauteile

ESDS bezeichnet ein gegenüber elektrostatischer Entladung empfindliches Teil. Die erforderliche Kontrolle richtet sich nach Empfindlichkeit, Handhabungsprozess und möglichen Entladungsszenarien – nicht allein nach einem ESD-Warnsymbol.

Auch bekannt als: Electrostatic Discharge Sensitive, ESD-empfindliche Bauteile

Empfindlichkeit belastbar bestimmen

Datenblätter, Qualifikationsangaben und Informationen des Herstellers liefern HBM- und CDM-Klassifizierungen. Fehlen Daten, wird das Risiko nicht durch eine Vermutung ersetzt, sondern mit Lieferant oder Fachstelle geklärt.

Schutz folgt dem Prozess

Offene Handhabung, Verpackung, Transport, automatisierte Anlagen und manuelle Tätigkeiten erzeugen unterschiedliche Risiken. Das Kontrollprogramm wird auf das empfindlichste relevante Teil und den realen Prozess zugeschnitten.

Kennzeichnung ist nur ein Hinweis

Ein Symbol unterstützt die Kommunikation, belegt aber weder Empfindlichkeitsklasse noch ausreichende Schutzmaßnahme. Maßgeblich bleiben technische Daten und dokumentierte Vorgaben.

Praxisvertiefung

ESDS anhand konkreter Produktdaten steuern

ESDS ist eine prozessrelevante Klassifizierung, keine sichtbare Bauteileigenschaft. Teilenummer, Revision, Prüfmodell und bekannte Empfindlichkeit müssen entlang der gesamten Liefer- und Handhabungskette verfügbar bleiben.

Empfindlichkeit in Kontrollen übersetzen

Die niedrigste relevante Empfindlichkeit innerhalb eines Produkts oder Kits kann die gemeinsame Handhabung bestimmen. Fehlende Daten werden als Unsicherheit behandelt und gezielt geklärt, statt automatisch Robustheit anzunehmen.

  • HBM- und CDM-Daten getrennt dokumentieren
  • Offene Anschlüsse und Prozesszustände identifizieren
  • Gemischte Baugruppen nach relevantem Risiko steuern
  • Produkt- und Lieferantenänderungen nachverfolgen

Quellen und weiterführende Dokumente

Fachlich geprüft

August 2026

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