ESD-Lexikon

Human Body Model (HBM)

Das Human Body Model (HBM) beschreibt die Entladung einer aufgeladenen Person über einen Finger in ein Bauteil. Es dient als Prüfmodell zur Klassifizierung der ESD-Empfindlichkeit von Bauteilen.

Auch bekannt als: HBM, Körpermodell

Bedeutung für die Praxis

Bauteilhersteller geben HBM-Klassifizierungen in Datenblättern an. Diese Angaben helfen, das Prozessrisiko einzuschätzen und Schutzmaßnahmen sowie Handhabungsvorgaben festzulegen. Die konkreten Prüfschaltungen und Klassengrenzen sind in den jeweiligen Prüfnormen definiert.

Abgrenzung zum CDM

Beim Charged Device Model (CDM) ist das Bauteil selbst geladen und entlädt sich gegen eine leitfähige Fläche. HBM und CDM beschreiben damit unterschiedliche Ereignisse und werden getrennt bewertet.

Praxisvertiefung

HBM-Daten richtig für den Prozess verwenden

Das Human Body Model ist ein Bauteil-Prüfmodell. Es beschreibt nicht direkt die Spannung einer Person am Arbeitsplatz und ersetzt keine Bewertung von CDM oder anderen Ereignispfaden.

Prüfklasse und Prozesskontrolle nicht gleichsetzen

HBM-Daten unterstützen die Empfindlichkeitsbasis des Kontrollprogramms. Die betriebliche Lösung folgt trotzdem dem realen Kontaktpfad, der Personenerdung, den Werkzeugen und der offenen Handhabung.

  • Konkrete Teilenummer, Revision und Prüfstandard erfassen
  • HBM-Wert nicht mit Wahrnehmungsschwelle vergleichen
  • CDM-Daten separat berücksichtigen
  • Änderungen der Bauteilrevision erneut bewerten

Quellen und weiterführende Dokumente

Fachlich geprüft

August 2026

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