ESD-Lexikon

Elektrostatische Entladung

Eine elektrostatische Entladung ist ein schneller Transfer elektrostatischer Ladung. Sie kann stattfinden, wenn sich geladene Objekte oder Objekte mit unterschiedlichem elektrostatischem Potenzial ausreichend annähern oder leitend miteinander verbunden werden.

Auch bekannt als: Electrostatic Discharge, ESD-Entladung, Ladungsentladung

Was bei der Entladung geschieht

Elektrostatische Ladung kann auf einem Objekt oder einer Oberfläche verbleiben. Entsteht ein geeigneter Entladungspfad, wird Ladung übertragen. Der Vorgang kann als Funke auftreten, muss aber für Menschen weder sichtbar noch spürbar sein.

Abgrenzung zum Begriff ESD

Elektrostatische Entladung bezeichnet den physikalischen Vorgang. Im industriellen Sprachgebrauch umfasst ESD häufig zusätzlich die dadurch verursachten Risiken, Schäden und Schutzmaßnahmen.

Praxisvertiefung

Entladungswege und Schadensrisiko bewerten

Eine Entladung benötigt eine Potentialdifferenz und einen geeigneten Pfad. In Elektronikprozessen können Personen, Maschinen, Werkzeuge, Verpackungen oder das Bauteil selbst Teil dieses Pfades sein.

Personen- und Bauteilereignisse unterscheiden

Beim Human Body Model wird ein Ereignis mit einer aufgeladenen Person modelliert. Beim Charged Device Model ist das Bauteil selbst geladen und entlädt sich sehr schnell über einen Kontakt. Die Modelle sind nicht austauschbar und führen zu unterschiedlichen Prozessschwerpunkten.

  • HBM- und CDM-Daten getrennt führen
  • Automatisierte Kontakte und isolierte Bauteile berücksichtigen
  • Offene Anschlüsse und Massekontakte im Ablauf verfolgen
  • Keine Wahrnehmbarkeit als Sicherheitskriterium verwenden

Ereignis vermeiden, Schaden nicht erraten

Das Ausbleiben eines sichtbaren Funkens oder sofortigen Ausfalls belegt keine sichere Handhabung. Umgekehrt beweist ein Defekt nicht automatisch eine ESD-Ursache. Kontrollprogramm und Fehleranalyse behandeln Prävention und Ursachenbeleg getrennt.

  • Schutzmaßnahmen vor offener Handhabung wirksam machen
  • Abweichungen mit möglichem Produktumfang sichern
  • Elektrische und physikalische Evidenz kombinieren
  • Unsicherheit der Schadenszuordnung dokumentieren

Quellen und weiterführende Dokumente

Fachlich geprüft

August 2026

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