ESD-Wissen

Person–Schuh–Boden-System im ESD-Schutz

Das Person–Schuh–Boden-System besteht aus der Person, ihrem ESD-Schuhwerk und dem installierten ESD-Boden. Es wird als Einheit betrachtet, weil nur das Zusammenwirken aller Komponenten Ladung beim Stehen und Gehen kontrollieren kann.

Auch bekannt als: Schuh-Boden-System, Footwear/Flooring System, Walking-Test-System

Warum die Systemprüfung entscheidend ist

Einzeln qualifizierte Schuhe und Böden können sich in einer konkreten Kombination anders verhalten. Zusätzlich beeinflussen Träger, Socken, Verschmutzung, Feuchtigkeit, Laufbewegung und Zustand der Oberflächen den realen Erdungspfad.

Zwei unterschiedliche Bewertungen

Die elektrische Verbindung der Person zum Erdungssystem und die beim Gehen entstehende Körperspannung beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. Das Kontrollprogramm legt fest, welche normgerechten Verfahren für Qualifikation und wiederkehrende Verifikation eingesetzt werden.

Geeignete Einsatzbereiche

Das System eignet sich besonders für stehende und mobile Tätigkeiten. Bei sitzenden Arbeiten und direkter Handhabung offener ESDS wird häufig ein Handgelenkband als definierter Personenerdungspfad eingesetzt.

Betrieb und Wartung

Reinigung, Schuhwechsel, Bodenreparaturen und veränderte Umgebungsbedingungen können das System beeinflussen. Solche Änderungen werden in Prüfplanung und erneute Bewertung einbezogen.

Praxisvertiefung

Person, Schuh und Boden gemeinsam nachweisen

Das Schuh-Boden-System ist eine reale Kombination und kein einzelnes Produktmerkmal. Widerstandspfad und Körperaufladung beantworten unterschiedliche Fragen und müssen passend zum Schutzziel geprüft werden.

Qualifikation der Kombination

Vor der Freigabe werden repräsentative Personen, konkrete Schuhmodelle, installierte Bodenflächen, Reinigung und relevante Umgebungsbedingungen einbezogen. Die Ergebnisse gelten nur innerhalb der dokumentierten Konfiguration.

  • Modelle, Größen und Tragezustände repräsentativ wählen
  • Mehrere Bodenpositionen und Laufwege prüfen
  • Widerstands- und Aufladungsverhalten getrennt bewerten
  • Freigabegrenzen für Änderungen festlegen

Routinekontrolle sinnvoll aufteilen

Der tägliche Personentest, die planmäßige Bodenprüfung und eine erneute Systemqualifikation verfolgen verschiedene Ziele. Der Prüfplan verbindet diese Ebenen und definiert Reaktion sowie Verantwortlichkeit.

  • Tägliche Funktionskontrolle der getragenen Erdung
  • Bodenflächen nach risikobasiertem Plan prüfen
  • Nach Material- oder Reinigungsänderung neu bewerten
  • Trend und lokale Ausfallmuster auswerten

Quellen und weiterführende Dokumente

Fachlich geprüft

August 2026

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