ESD-Lexikon

ESD-Schuhe

ESD-Schuhe sind für die Kontrolle elektrostatischer Aufladung ausgelegtes Schuhwerk. Sie funktionieren als Personenerdung nur zusammen mit einem geeigneten ESD-Boden und müssen deshalb als Bestandteil des Person–Schuh–Boden-Systems ausgewählt und geprüft werden.

Auch bekannt als: ESD-Schuhwerk, ableitfähige Schuhe, Static Control Footwear

Funktion im Erdungspfad

Das Schuhwerk verbindet den Körper über den Fußkontakt mit dem kontrollierten Boden. Nur wenn alle Abschnitte dieses Pfads geeignet sind, kann Ladung während des Stehens und Gehens kontrolliert abfließen.

Warum der Schuh allein nicht genügt

Elektrische Eigenschaften eines Schuhs werden zwar einzeln charakterisiert, für den betrieblichen Einsatz ist jedoch auch das Verhalten mit Träger und installiertem Boden relevant. Ein ungeeigneter oder verschmutzter Boden kann die Systemwirkung verändern.

Auswahl und wiederkehrende Kontrolle

Schuhtyp, Passform, Trageweise, Socken, Verschmutzung und Abnutzung können das Ergebnis beeinflussen. Qualifikation und Prüfablauf werden deshalb für den konkreten Betrieb dokumentiert.

ESD-Schuhe und Arbeitsschutz

ESD-Eigenschaften und Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung sind unterschiedliche Bewertungsbereiche. Wenn weitere Gefährdungen bestehen, müssen alle anwendbaren Anforderungen gemeinsam berücksichtigt werden.

Praxisvertiefung

ESD-Schuhe als Teil eines Systems beherrschen

Die Kennzeichnung eines Schuhs belegt noch keine wirksame Personenerdung am Arbeitsplatz. Entscheidend ist die Kombination aus Person, getragenem Schuh, installiertem Boden, Klima und Nutzung.

Schuhmodell und Einsatzbereich freigeben

Beschaffung und Freigabe berücksichtigen neben den elektrischen Eigenschaften auch Passform, Arbeitsschutz, Bodenkompatibilität, Reinigung und reale Tragedauer. Varianten oder Lieferantenwechsel werden nicht automatisch gleichgesetzt.

  • Konkretes Modell und Ausführung dokumentieren
  • Bodenbereiche und zulässige Tätigkeiten zuordnen
  • Einlagen, Socken und Reparaturen in der Regel berücksichtigen
  • Änderungen vor Einsatz bewerten

Fehlerbilder im Alltag erkennen

Abnutzung, Verschmutzung, Feuchtigkeit, lose getragene Schuhe oder ein Wechsel auf nicht freigegebene Bodenflächen können die Wirkung verändern. Ein negatives Testergebnis wird deshalb untersucht und nicht durch wiederholtes Probieren übergangen.

  • Schuhpaar und Nutzer eindeutig zuordnen
  • Sohlenzustand und Verschmutzung prüfen
  • Boden und Tester als mögliche Ursache einbeziehen
  • Korrektur und Wiederfreigabe dokumentieren

Quellen und weiterführende Dokumente

Fachlich geprüft

August 2026

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