Ziel der Erdung
Ein ESD-Ereignis setzt einen Potentialunterschied und einen Entladungspfad voraus. Durch Erdung beziehungsweise Potentialausgleich werden leitfähige und ableitfähige Elemente eines kontrollierten Systems auf ein gemeinsames Potential gebracht. So kann Ladung abfließen, ohne sich unkontrolliert über ein empfindliches Bauteil auszugleichen.
Was am Arbeitsplatz verbunden wird
Zum Erdungskonzept können Arbeitsfläche, Einrichtungen, geeignete Werkzeuge und die Personenerdung gehören. Die Verbindungen laufen am Arbeitsplatz üblicherweise an einem gemeinsamen Erdungspunkt zusammen. Die konkrete Ausführung muss zum betrieblichen Erdungs- und Sicherheitskonzept passen.
Warum Erdung nicht jedes Problem löst
Isolierende Materialien besitzen keinen ausreichend leitfähigen Pfad, über den ihre Ladung allein durch Anschluss an Erde abfließen könnte. Notwendige Isolatoren werden deshalb risikobasiert kontrolliert; je nach Anwendung kommen Entfernung, Abstand oder Ionisation infrage.
Erdungsverbindungen prüfen
Erdungsverbindungen und die angeschlossenen ESD-Kontrollelemente werden im Compliance-Verification-Plan regelmäßig geprüft. Verfahren, Akzeptanzkriterien und Intervalle werden im ESD-Kontrollprogramm dokumentiert und aus den anwendbaren Normen abgeleitet.
Praxisvertiefung
ESD-Erdung sicher und wirksam planen
ESD-Erdung soll Potentialdifferenzen kontrollieren, darf aber die elektrische Sicherheit nicht beeinträchtigen. Anschluss, Widerstände, Infrastruktur und Freigabe gehören deshalb in ein gemeinsames technisches Konzept.
Vom Erdungspunkt zum vollständigen Pfad
Nicht der sichtbare Anschluss allein entscheidet, sondern der gesamte Pfad vom Menschen oder Kontrollelement bis zum vorgesehenen Bezugspotential. Lose Stecker, beschädigte Leitungen, isolierende Verschmutzung oder ungeeignete Kombinationen können die Wirkung unterbrechen.
- Jeden Erdpfad eindeutig kennzeichnen
- Anschlüsse gegen unbeabsichtigtes Lösen schützen
- Komponenten im eingebauten Zustand qualifizieren
- Sichtkontrolle und elektrische Prüfung kombinieren
Elektrische Sicherheit hat Vorrang
Improvisierte Verbindungen zum Schutzleiter, das Entfernen vorgesehener Widerstände oder Änderungen an elektrischen Anlagen sind keine zulässige ESD-Abkürzung. Planung und Änderung müssen mit der zuständigen Elektrofachorganisation abgestimmt werden.
- Nur vorgesehene Anschlüsse und freigegebene Komponenten verwenden
- ESD- und Schutzmaßnahmen gemeinsam beurteilen
- Änderungen dokumentieren und erneut prüfen
- Fehlerhafte Plätze bis zur Freigabe nicht verwenden
Quellen und weiterführende Dokumente
Fachlich geprüft
August 2026
Verwandte Begriffe
Begriff
Erdungspunkt
Der gemeinsame Erdungspunkt verbindet mehrere ESD-Erdungsleiter mit demselben elektrischen Bezugspotential.
Begriff
ESD
ESD bezeichnet die elektrostatische Entladung zwischen Objekten unterschiedlichen Potenzials – eine zentrale Fehlerquelle in der Elektronikfertigung.
Begriff
EPA
Die EPA ist ein definierter Bereich, in dem elektrostatisch empfindliche Bauteile kontrolliert gehandhabt werden können.
Begriff
ESD-Matte
Eine ESD-Matte bildet eine kontrolliert ableitfähige Arbeitsfläche und wird in das Erdungssystem des Arbeitsplatzes eingebunden.
Ratgeber
Personenerdung
Personenerdung verhindert, dass sich Ladung auf Mitarbeitern ansammelt und unkontrolliert in empfindliche Bauteile entlädt.
Begriff
Handgelenkband
Das Handgelenkband verbindet den Mitarbeiter über einen definierten Widerstand mit dem Erdungspunkt.
Ratgeber
Person–Schuh–Boden-System
Das Person–Schuh–Boden-System bewertet die mobile Personenerdung als vollständigen Pfad unter realen Einsatzbedingungen.