ESD-Lexikon

ESD-Erdungspunkt

Ein gemeinsamer ESD-Erdungspunkt ist ein System oder Anschluss, an dem mindestens zwei Erdungsleiter auf dasselbe elektrische Potential geführt werden. Am Arbeitsplatz verbindet er typischerweise Arbeitsfläche, Personenerdung und weitere ESD-Kontrollelemente mit dem vorgesehenen Erdungssystem.

Auch bekannt als: gemeinsamer Erdungspunkt, Common Point Ground, Erdungsanschlusspunkt

Funktion im Arbeitsplatzsystem

Der gemeinsame Punkt hilft, unterschiedliche Bezugspotentiale innerhalb des Arbeitsplatzes zu vermeiden. Arbeitsfläche, Personal und geeignete Einrichtungen werden nicht unabhängig an beliebige Erdungen angeschlossen, sondern in ein definiertes Erdungskonzept eingebunden.

Typische Verbindungen

Je nach Arbeitsplatz können Erdungsleiter der Arbeitsfläche, Anschlüsse für Handgelenkbänder und weitere ESD-Komponenten am gemeinsamen Punkt zusammenlaufen. Welche Komponenten erforderlich sind, ergibt sich aus Arbeitsplatz, Prozessrisiko und ESD-Kontrollprogramm.

Abgrenzung zur elektrischen Sicherheit

Ein ESD-Erdungskonzept ersetzt keine Planung der elektrischen Sicherheit. Anschluss, Kennzeichnung und Prüfung müssen mit den geltenden betrieblichen und elektrotechnischen Vorgaben abgestimmt werden.

Praxisvertiefung

Erdungspunkte eindeutig auslegen und überwachen

Der gemeinsame Erdungspunkt schafft einen definierten Bezug für Arbeitsplatzkomponenten und Personenerdung. Er muss verwechslungssicher, mechanisch stabil und in das elektrische Sicherheitskonzept eingebunden sein.

Anschlüsse und Nutzung festlegen

Jede Buchse oder Verbindung erhält eine definierte Funktion. Adapterketten, improvisierte Abzweige und nicht freigegebene Mehrfachanschlüsse erschweren Prüfung und Fehlersuche.

  • Anschlussarten und zulässige Verbraucher dokumentieren
  • Personen- und Ausrüstungsanschlüsse verständlich kennzeichnen
  • Mechanische Zugbelastung berücksichtigen
  • Änderungen nur kontrolliert freigeben

Fehler schnell eingrenzen

Bei einer Abweichung wird der Pfad abschnittsweise geprüft: Komponente, Leitung, Steckverbindung, Erdungspunkt und weiterer Anschluss. So lässt sich vermeiden, dass nur ein Kabel getauscht wird, während die eigentliche Ursache bestehen bleibt.

  • Ausgangszustand und eindeutige ID bereithalten
  • Sichtprüfung vor elektrischer Prüfung durchführen
  • Messaufbau und Ergebnis dokumentieren
  • Nach Korrektur den vollständigen Pfad erneut freigeben

Quellen und weiterführende Dokumente

Fachlich geprüft

August 2026

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